Eine zentrale Grundlage für die Entwicklung Kultureller Teilhabe-Strategien von Kultureinrichtungen sowie von Kulturpolitik und ‑verwaltung sind vertiefte Kenntnisse über den Status quo der Kulturellen Teilhabe der Bevölkerung.

Vor dem Hintergrund führt das IKTf regelmäßig groß angelegte, repräsentative Umfragen in Berlin durch. Ziel ist es hierbei, den Status quo der Kulturellen Teilhabe festzustellen und an praktische Hinweise zu gelangen, wie Kultureinrichtungen, Kulturpolitik und-verwaltung Strategien und operative Maßnahmen für eine größere und breitere Kulturelle Teilhabe entwickeln können. Der Studienreihe zugrunde liegt dabei ein breit gefasster Kulturbegriff: Ins Blickfeld genommen werden demnach nicht nur klassische Kulturangebote bzw. die so genannte Hochkultur – die in der Studie beleuchteten Kultur- und Freizeitangebote umfassen ebenso Filmvorführungen/Kinos, Zoos, Musicals, Sportveranstaltungen, Clubs/Discos oder Bildungsangebote wie Bibliotheken und Volkshochschulen. Des Weiteren gibt es keine Festlegung auf den Bereich der öffentlich geförderten Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Untersucht werden auch die freie Szene, Soziokultur, privat finanzierte Angebote, Angebote außerhalb von Kultur- und Freizeiteinrichtungen (bspw. in Schulen, Vereinen, im Stadtraum) sowie Kulturbesuche auf Reisen oder im Ausland.

Die Studienreihe analysiert die Kulturelle Teilhabe der Berliner Bevölkerung zum einen nach soziodemografischen Faktoren, wie z. B. formale Bildung, Alter, Geschlecht, Einkommen etc. Darüber hinaus wird Kulturelle Teilhabe in der Berliner Bevölkerung nach Lebensstilen untersucht. Sie werden kategorisiert anhand von Informationen zu Einstellungen, Werten, Lebenszielen und Alltagspraktiken der Menschen. Lebensstile beschreiben die Berliner*innen in einer plakativeren und greifbareren Art und ermöglichen somit ganz generell ein tieferes Verständnis für Kulturelle Teilhabe und deren Entwicklung im Zeitverlauf, als soziodemografische Merkmale es allein zu leisten vermögen. Zudem können für verschiedene Lebensstile beispielsweise Programme, Kulturmarketing- oder Kulturvermittlungsmaßnahmen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen entwickelt werden.

Die alle zwei Jahre durchgeführte Studie beleuchtet dabei nicht nur, wer die Kultur- und Freizeitangebote der Hauptstadt tatsächlich wahrnimmt. Sie untersucht darüber hinaus, welche möglichen Gründe die Berliner*innen am Besuch eines solchen Angebots hindern. Abgesehen vom passiven Kulturbesuch geht die Studie vertiefend der Frage nach, inwieweit die Hauptstadtbewohner*innen in ihrer Freizeit kulturell selber aktiv tätig sind. Denn am kulturellen Leben teilhaben können Menschen auch, indem sie im Rahmen der privaten Freizeitgestaltung beispielsweise malen, singen oder tanzen, Mitglied einer Laientheatergruppe sind oder in Form von Ko-Kreationen an der Programmgestaltung von Kultur- und Freizeiteinrichtungen mitwirken.

Studie 2019


Erstmalig wurde die Bevölkerungsbefragungen 2019 zwischen Juni und Oktober durchgeführt. Mit der Bitte um Teilnahme angeschrieben wurden rund 13.000 Berliner*innen, deren Kontaktdaten vom Einwohnermeldeamt zufällig ausgewählt und zur Verfügung gestellt wurden. Sie erhielten den in mehreren Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Russisch, Türkisch) verfügbaren Fragebogen postalisch, optional auch als Online-Befragung. In die Auswertung flossen ca. 3.400 ausgefüllte Fragebögen ein.

Studie 2021

Im Frühsommer 2021 wurde die zweite Bevölkerungsbefragung durchgeführt. Im Fokus dieser Erhebungswelle stand Kulturelle Teilhabe unter den Bedingungen der Corona-Pandemie.