Institut für Kulturelle Teilhabeforschung | IKTf

Das Institut für Kulturelle Teilhabeforschung erforscht, welche Bedingungen Kulturelle Teilhabe begünstigen beziehungsweise sie verhindern. Es liefert Kultureinrichtungen, Kulturpolitik und -verwaltungen somit umfassendes Basiswissen für die Entwicklung ihrer Teilhabe-Strategien. Vor diesem Hintergrund führt das Institut Studien zu Besucher*innen und Nichtbesucher*innen kultureller Angebote durch, wie zum Beispiel Bevölkerungsbefragungen. Es ist zudem für die wissenschaftliche Qualitätssicherung rund um das aus Berlin stammende Besucher*innenforschungssystem KulMon (KulturMonitoring) zuständig. Zugleich betreibt das Institut begleitende Forschung zu Modellprojekten von Kultureinrichtungen zur Kulturellen Teilhabe und beleuchtet dabei deren Organisation, Personal und Programm. Des Weiteren untersucht das IKTf die von Kulturverwaltungen und -politik vorgenommenen Fördermaßnahmen für Kulturelle Teilhabe.

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Forschungsprojekte

Eine zentrale Grundlage für die Entwicklung Kultureller Teilhabe-Strategien von Kultureinrichtungen sowie von Kulturpolitik und -verwaltung sind vertiefte Kenntnisse über (potenzielle) Besucher*innen von Kultur- und Freizeitangeboten. Vor diesem Hintergrund führt das IKTf regelmäßig groß angelegte repräsentative Untersuchungen zum Status Quo der Kulturellen Teilhabe in Berlin durch. Die Studienreihe analysiert die Kulturelle Teilhabe der Berliner Bevölkerung nach soziodemografischen Faktoren (z. B. formale Bildung, Alter, Geschlecht, Einkommen etc.) sowie nach verschiedenen Lebensstilen. Es wird nicht nur die passive Teilnahme an Kultur- und Freizeitangeboten beleuchtet und somit die Frage, inwieweit Berliner*innen diese besuchen. Ebenfalls untersucht wird, inwieweit die Hauptstadtbewohner*innen aktiv am kulturellen Leben teilhaben, indem sie auf nicht professioneller Ebene kulturelle Inhalte (mit)produzieren (z. B. Malen/Zeichnen), an Angeboten von Kultur- und Freizeiteinrichtungen aktiv beteiligt sind (z. B. Theaterworkshops) und/oder (Mit )Gestaltungsmöglichkeiten in Kultur- und Freizeitangeboten wahrnehmen (z. B. Ko-Kreation bei der Programmgestaltung).

Die vollständige Studie „Kulturelle Teilhabe in Berlin 2019“ wird in Kürze veröffentlicht.

Den Zwischenbericht finden Sie hier: Download Zwischenbericht

Neben der Individualebene von Kultureller Teilhabe untersucht das IKTf die Rahmenbedingungen, die diese aktuell und in der Zukunft begünstigen oder verhindern. Das Institut erforscht daher beispielsweise von Kulturverwaltungen und -politik vorgenommene Fördermaßnahmen für Kulturelle Teilhabe. Aktuell führt das IKTf in diesem Rahmen eine europaweite Befragung von öffentlichen Kulturverwaltungen innerhalb des Eurocities-Netzwerks im EU-Projekt „Creative Ageing – cultural engagement instead of social isolation“ durch, an dem auch die Senatsverwaltung für Kultur- und Europa in Berlin beteiligt ist.

Begleitforschung zu Förderprogrammen und Modellprojekten

Das IKTf betreibt begleitende Forschung zu Berliner Förderprogrammen und Modellprojekten von Kultur- und Freizeiteinrichtungen für eine praktische Umsetzung von Kulturelle Teilhabe-Strategien im Hinblick auf Organisation, Personal und Programm. Das Institut verfolgt dabei generell den Ansatz, Erkenntnisse zu diesen Projekten auf drei im Zusammenspiel stehenden Ebenen zu gewinnen: Die teilnehmenden Initiativen und Einrichtungen sollen prozessbegleitend in ihrem Bemühen um Kulturelle Teilhabe unterstützt werden. Es soll zudem an Hinweise gelangt werden, wie Kulturpolitik und -verwaltung Förderprogramme und Modellprojekte bestmöglich aufstellen können. Da diese neue Wege mit dem Ziel beschreiten, eine breitere Kulturelle Teilhabe zu erreichen, sind entsprechende Erkenntnisse ebenfalls für Wissenschaft und Forschung von übergreifender Bedeutung. Sie sollen deshalb auch in die Weiterentwicklung anwendungsorientierter Forschung rund um den Kulturbereich und von Theorien zu Kultureller Teilhabe zurückgespielt werden.

Beforscht werden aktuell die folgenden Förderprogramme und Modellprojekte:

KulturMonitoring (KulMon)

Kontinuierliche Besucher*innenforschung für den Kultur- und Freizeitbereich

KulturMonitoring (KulMon) ist das größte Besucher*innenforschungsprojekt im deutschsprachigen Raum. Ziel von KulMon ist es, Daten über Besucher*innen für Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Kulturpolitik und -verwaltungen sowie das Tourismusmarketing zu generieren. Das Besucher*innenforschungssystem verzeichnet bisher mehr als 50 teilnehmende Einrichtungen aus allen Sparten, darunter Museen, Gedenkstätten, Theater, Opern, Konzerthäuser und Schlösser. Seit dem Start 2008 wurden bereits über 300.000 Besucher*innen sowohl in als auch außerhalb von Berlin befragt.

Das Projekt ist als Langzeitstudie angelegt und führt mit einheitlicher Erhebungsmethode kontinuierliche Besucher*innenbefragungen über Spielzeiten und Ausstellungszeiträume hinweg durch. Nur über die vergleichende Auswertung der Daten ist es für die teilnehmenden Einrichtungen möglich, die Entwicklung ihrer Besucherschaft im Zeitverlauf zu betrachten und sich an den Benchmarks innerhalb der eigenen Sparte zu orientieren.

KulMon wurde 2008 als Gemeinschaftsprojekt von visitBerlin und der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa ins Leben gerufen. Der Entwicklungsprozess von KulMon erfolgte gemeinsam mit sechs Berliner Kultureinrichtungen: Stiftung Oper in Berlin (Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper, Komische Oper und Staatsballett), Jüdisches Museum Berlin, Friedrichstadt Palast, Deutsches Historisches Museum, Museum für Naturkunde, Staatliche Museen zu Berlin (Pergamonmuseum, Altes Museum und Gemäldegalerie) und mit Unterstützung des Instituts für Museumsforschung Berlin.

Das IKTf entwickelt KulMon inhaltlich sowie methodisch weiter und ist für dessen wissenschaftliche Qualitätssicherung zuständig.

Ein Factsheet zu KulMon finden Sie hier: Download Factsheet

Vertiefende Informationen zu KulMon finden Sie hier.