Aufgeschlagene Studie mit Blick auf Text und Grafiken

Neue IKTf-Studie zeigt: Jeder Euro Kulturförderung bringt Berlin mehr als 3,50 Euro zurück

Öffentliche Kulturförderung ist eine Investition, die sich für Berlin vielfach rentiert: Das zeigt die neue IKTf-Studie „Kultur als Standortfaktor in Berlin“, die von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert wurde. Erstmals werden die ökonomischen Effekte von Kultur umfassend und datenbasiert analysiert, dabei werden auch individuelle und gesellschaftliche Wirkungen von Kultur berücksichtigt.

Das zentrale Ergebnis: Jeder Euro, den das Land Berlin in Kultur investiert, erzeugt durchschnittlich mehr als 3,50 Euro wirtschaftliche Rückflüsse. Den jährlich rund 528 Millionen Euro Kulturförderung stehen 1,88 Milliarden Euro an Rückflüssen gegenüber – ein Überschuss von mehr als 1,35 Milliarden Euro jährlich. Berücksichtigt man zusätzlich drei gesondert ausgewertete Gedenkstätten und Erinnerungsorte mit ihrem besonders hohen touristischen Besuchsaufkommen, steigt der jährliche Gesamtrückfluss sogar auf bis zu 4,65 Milliarden Euro.

Den größten Anteil an diesen Rückflüssen machen die Ausgaben der Kulturbesucher*innen aus: Rund 63 Prozent der wirtschaftlichen Effekte entstehen durch ihren Konsum, wobei ein besonders großer Teil davon auf Tourist*innen entfällt. Ebenfalls zu den Rückflüssen tragen die Ausgaben der Kultureinrichtungen selbst bei, etwa durch Aufträge an Unternehmen oder die Kaufkraft der Beschäftigten.

Die Studie beleuchtet darüber hinaus weitere ökonomische Effekte von Kultur. So zeigt sie, dass Kulturbesuche das Wohlbefinden und die Gesundheit der Berliner*innen nachweislich steigern: Die Studie beleuchtet darüber hinaus weitere ökonomische Effekte von Kultur. So zeigt sie, dass Kulturbesuche das individuelle Wohlbefinden und die Gesundheit der Berliner*innen nachweislich steigern: Vier oder mehr Kulturbesuche im Jahr wirken sich darauf etwa so stark aus wie ein um bis zu 2 700 Euro erhöhtes Jahreseinkommen.

Besonders unterstreicht die Studie die wirtschaftliche Bedeutung der Berliner Kultur- und Kreativwirtschaft: Mit einer Bruttowertschöpfung von 12 bis 15 Milliarden Euro, rund 195.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 41,1 Milliarden Euro übertrifft sie klassische Industriebranchen in Berlin. Gleichzeitig zeigt die Studie die zentrale Rolle der Freien Szene sowie die Bedeutung des Kulturangebots für Unternehmen und den Tourismus.

Darüber hinaus beleuchtet die Studie auch die gesellschaftlichen Wirkungen von Kultur – unter anderem ihren Beitrag zu Kultureller Bildung, sozialer Integration, gesellschaftlichem Zusammenhalt und einer lebendigen Stadtentwicklung.