KulMon: Messung des CO2-Fußabdrucks von Besucher*innen
Nachhaltigkeit ist für Kultureinrichtungen zu einem zentralen Handlungsfeld geworden – angetrieben durch klimapolitische Zielvorgaben, aber auch durch den Druck auf öffentliche Haushalte. Um Kultureinrichtungen bei der datenbasierten Arbeit an ihrer Nachhaltigkeitsstrategie zu unterstützen, hat das IKTf das KulturMonitoring 2025 um eine neue Funktion erweitert: Teilnehmende Einrichtungen können seither den CO₂-Fußabdruck ihrer Besucher*innen erfassen und auswerten.
Wie die Erhebung funktioniert
Grundlage der Berechnung sind gezielte Fragen zum Mobilitätsverhalten: Erfasst werden Start- und Zielort des Besuchs, die genutzten Verkehrsmittel, die zurückgelegte Strecke sowie die ÖPNV-Nutzung vor Ort. Aus diesen Angaben berechnet KulMon den individuellen CO₂-Fußabdruck des Anreisewegs und macht Mobilitätsmuster der Besucher*innen sichtbar. Die entsprechenden Fragen sind Bestandteil des für alle teilnehmenden Einrichtungen einheitlichen Fragenkatalogs. Die erhobenen Daten fließen in das allgemeine KulMon-Dashboard ein und lassen sich dort zusammen mit allen anderen Befragungsergebnissen auswerten.
Welchen Nutzen die Daten bieten
Die gewonnenen Erkenntnisse helfen Kultureinrichtungen dabei, sich nachhaltiger und wirtschaftlicher aufzustellen. Gleichzeitig sind die Daten zum Mobilitätsverhalten weit über Nachhaltigkeitsfragen hinaus nutzbar: Informationen darüber, woher Besucher*innen anreisen, welche Verkehrsmittel sie nutzen und wie sie sich vor Ort bewegen, sind auch für Fragen des Marketings, der Kommunikation und des Vertriebs relevant. Darüber hinaus bieten sie Kommunen und Städten eine Grundlage für Stadtentwicklung Tourismus- und Städtemarketing – etwa um Kulturorte besser in den öffentlichen Nahverkehr einzubinden oder touristische Potenziale gezielter zu erschließen. KulMon wertet die Daten nicht nur einrichtungsbezogen aus, sondern ermöglicht auch Vergleiche nach Sparten und Branchen. Je nach Profil stehen Einrichtungen vor unterschiedlichen Herausforderungen – etwa durch CO₂-intensive Anreisen von Tourist*innen oder durch einen hohen Anteil autofahrender Stammbesucher*innen. Spartenbezogene Auswertungen helfen dabei, die eigene Situation einzuordnen und Handlungsfelder zu identifizieren.
Kooperation mit der Green Culture Anlaufstelle
Bei der Entwicklung des CO₂-Berechnungstools kooperierte das IKTf mit der Green Culture Anlaufstelle. Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) eingerichtete und bundesweit tätige Anlaufstelle ist auf Nachhaltigkeit im Kulturbereich spezialisiert und bietet Kultureinrichtungen Beratung, Wissen und Ressourcen, um das Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2045 zu erreichen. Die Kooperation stellt sicher, dass die in KulMon eingesetzten Berechnungsgrundlagen fachlich fundiert und an bestehende Nachhaltigkeitsstandards im Kultursektor anschlussfähig sind.